Moderne Grafikkarten sind in aller Regel nicht nur sehr gut ausgestattet und können aufwändige 3D-Spiele in höchsten Auflösungen darstellen, sondern produzieren bei der Arbeit auch eine erhebliche Menge an Abwärme. Wird diese nicht effektiv abtransportiert bzw. die Grafikkarte gekühlt, droht schnell der vorzeitige Tod durch Überhitzung. Aus diesem Grund ist eine effektive und effiziente Grafikkarten-Kühlung enorm wichtig. Insbesondere erhitzen sich bei der Grafikkarte der Grafikchip bzw. -prozessor sowie der Grafikspeicher, wodurch diese Komponenten explizit gekühlt werden müssen. Hierbei unterscheidet man zwischen aktiver und passiver Kühlung.

Aktive Grafikkarten-Kühlung

Aktive Grafikkarten-Kühlung

Aktive Grafikkarten-Kühlung

Bei einer aktiven Grafikkarten-Kühlung werden die Komponenten der Grafikkarte durch kleine Ventilatoren bzw. Lüfter gekühlt. Parallel mit der Leistung moderner Grafikkarten steigt hierbei auch die Notwendigkeit aktiver Kühlung, wodurch auch die Größe der eingesetzten Lüfter steigt. Eine aktive Kühlung kommt fast immer beim Grafikchip bzw. –prozessor zum Einsatz, da dieser die meiste Abwärme produziert. Moderne aktive Kühlsysteme sind jedoch zumeist so konstruiert, dass der Luftstrom der Ventilatoren auch den Grafikspeicher erreicht und diesen somit parallel mitkühlt. Der Vorteil einer aktiven Grafikkarten-Kühlung ist die meist sehr gute Kühlleistung. Bei einer aktiven Kühlung mit Hilfe von Wasser anstatt mit Luft (hier spricht man von einer Wasserkühlung) wird diese Kühlleistung sogar noch evident angehoben. Durch eine Wasserkühlung wird auch ein zumeist entscheidender Nachteil aktiver Luftkühlung überwunden: die störende Geräuschentwicklung der Ventilatoren. Wasserkühlungen sind lautlos, jedoch leider auch teuer und nur separat nachrüstbar (benötigt werden neben dem Kühlkörpern auch zusätzliche Kühlkomponenten wie Ausgleichsbehälter, Radiatoren, ein Schlauchsystem und eine Wasserpumpe, die für die Zirkulation des Wassers sorgt).

Passive Grafikkarten-Kühlung

Passive Grafikkarten-Kühlung

Passive Grafikkarten-Kühlung

Bei einer passiven Grafikkarten-Kühlung wird die Abwärme durch effizient konstruiert Kühlkörper abtransportiert. Physikalisch bedingt können rein passive Kühlsysteme nicht die Leistung aktiver Alternativen erreichen. Abgesehen von einer stärkeren Hitzeentwicklung sind diese jedoch ebenso lautlos wie Wasserkühlungen. Besonders prominent sind bei passiven Kühlsystemen sogenannte Heatpipes, die die aufgenommene Wärme schnell abtransportieren bzw. an die Umgebung abgegeben sollen. Das Heatpipe-Prinzip stellt ein somit ein Wärmeleitsystem dar, dass zumeist aus Kupferröhrchen besteht, die unter Vakuum verschlossen und mit Flüssigkeit gefüllt sind. Diese Kupferröhrchen besitzen zum einen direkten Kontakt mit der zu kühlenden Komponente, zum anderen mit einem System von Kühllamellen. Der Wäremabtransport erfolgt durch eine Kondensation und Ausdehnung der Kupferröhrchen bzw. der in ihnen enthaltenen Flüssigkeit. Logischerweise steigt hierbei die Kühlleistung, umso mehr von diesen Röhrchen bzw. Pipes vorhanden sind. Dennoch bleibt zu resümieren, dass respektive bei leistungsstarken Grafikkarten eine rein passive Kühlung nicht ausreicht. Dies gilt insbesondere für die Sommermonate, in denen durch eine erhöhte Außentemperatur auch die Temperatur der Grafikkarte steigt. Eine kleine Abhilfe können hier zusätzliche Gehäuselüfter (80mm oder 120mm) schaffen, da diese zumindest eine aktive Luftzirkulation im Gehäuse sicherstellen.

Zusammenfassend müssen Grafikkarten entsprechend ihrer Leistung und somit entsprechend der erzeugten Verlustwärme gekühlt werden. Während leistungsstarke Grafikkarten eine aktive Wasserkühlung erfordern, reicht für schwächere Grafikkarten (z.B. für reine Officelösungen) meistens eine passive und somit ohrenschonende Kühllösung aus. Auch wenn Sie planen, ihre Grafikkarte zu übertakten bzw. eine Leistungssteigerung durchzuführen, wird ein aktives Kühlsystem unabdingbar, zumal durch eine Übertaktung die Hitzentwicklung der Grafikkarte exponentiell ansteigt.

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