Der Markt für Grafikkarten ist ebenso kurzlebig wie die Grafik aktueller Computerspiele. Da die neuesten und schnellsten Modelle von Grafikkarten zumeist sehr teuer sind und Endverbraucher nicht selten sehr viel Geld bezahlen müssen, um für ein paar Monate die aktuellste Highend-Grafikkarte ihr Eigen nennen zu dürfen, entsteht eine beachtenswerte Alternative: das sogenannte Cloud-Gaming. Hierbei werden von externen Highend-Serversystemen Video-Streams von Spielen, Videos und anderen rechen- bzw. grafikintensiven vorberechnet und über das Internet an den Endverbraucher gesendet. Der heimische PC oder Laptop muss dann die empfangenen Video-Streams mit Spieledaten nur noch auf dem Monitor/LCD/TFT darstellen, wodurch keine schnelle 3D-Grafikkarte mehr benötigt wird. Vielmehr werden nur noch die vorberechneten Daten beim Endverbraucher (der sogenannte Client) angezeigt. Cloud-Spiele können somit in vollem Umfang bzw. in voller Grafikpracht genossen werden.

Beim Cloud-Gaming treten hierbei auch keine bekannte Latenzprobleme bei der Übertragung auf, da nicht kleine Datenpakete, sondern ein großer Video-Stream mit einem kontinuierlichen Datenfluss gesendet werden. Logischerweise werden die gesendeten Daten vom Cloud-Server komprimiert und anschließend beim Client mit speziellen Video-Codecs zusammengefügt. Besonderer Vorteil des Cloud-Gaming ist somit, dass auch schwächere Laptops/Notebooks/Netbooks oder neuere Generationen von Tablet-PCs aufwändige Spiele darstellen können, da zum Cloud-Server nur noch vorgenommene Befehle des Endverbrauchers mit Maus und/oder Tastatur an den Server übermittelt werden müssen.

Voraussetzung für das Cloud-Gaming ist natürlich ein Abonnement, welches jedoch in aller Regel sehr viel günstiger ist als die Anschaffung teurer Hardware, zumal die verwendeten Cloud-Server stets den aktuellen Stand der Technik widerspiegeln. Die Abrechnung erfolgt darüber hinaus nutzungsabhängig, da nur tatsächlich genutzte Dienste bezahlt werden müssen. Auch eine Unabhängigkeit von der zugrundeliegenden Plattform bzw. des verwendeten Betriebssystemes ist ein weiterer Vorteil des Cloud-Gamings. In diesem Zusammenhang wird auch deutlich, dass keine Installation des Spieles vorgenommen werden muss, da die benötigten Daten bereits im Video- bzw. Daten-Stream enthalten sind.

Zusammenfassend gehört das Cloud-Gaming somit zum Ansatz des Cloud-Computing, welcher abstrahierte IT-Infrastrukturen dynamisch an die Bedürfnisse des Endverbrauchers angepasst über ein Netzwerk (zumeist das Internet) zur Verfügung stellt. Der Name „Cloud“ bzw. die Abstraktion zur Wolke wird hierbei aus der Vorstellung evoziert, dass die Datenverarbeitung für den Endverbraucher bzw. Client wolkenhaft verblasst.

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