Die Grafikkarte bildet heutzutage die Basis für die Bewertung der Leistungsfähigkeit von PC-Systemen, Notebooks oder anderer Computersysteme. Sie ist der Angelpunkt, wenn es um die Leistung von Spielen geht, die für viele Endbenutzer mittlerweile zum wichtigsten Zeitvertreib am Computer geworden sind. So kann man ohne Weiteres behaupten, dass für viele Benutzer die Grafikkarte zum Statussymbol avanciert ist: je schneller, je mehr FPS (frames per second), je mehr Grafikfilter und –effekte, desto besser. Seit vielen Jahren ist die Grafikkarte auch Gegenstand eines Marketingkrieges zwischen nVidia (Geforce) und ATI/AMD (Radeon), den beiden führenden Herstellern, geworden. Neue Modelle kommen beinahe wöchentlich auf den Grafikkartenmarkt, was die Auswahl des passenden Kartenmodells für die eigenen Ansprüche sehr erschwert. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen nVidia und ATI/AMD resultiert jedoch auch in niedrigen Grafikkartenpreisen, was viele Endnutzer freuen dürfte.

Steckplätze für Grafikkarten: PCIe oder AGP-Schnittstellen

Grafikkarten Steckplatz

Steckplätze für Grafikkarten

Jahrelang dominierte die AGP-Schnittstelle den Grafikkartenmarkt, bis sie vom schnelleren und neueren PCIe-Standard abgelöst wurde. Moderne Grafikkarten setzen fast nur noch auf diese Schnittstelle, zumal diese auch problemlos mit 16 Lanes Optionen für Crossfire- oder SLI-Konfigurationen bietet. Hierzu später mehr. So besitzt fast jedes Mainboard heutzutage zwei Steckplätze für Grafikkarten an, zumeist zwei nach PCIe-Standard oder jeweils ein PCIe- und einen AGP-Steckplatz. In der High-End-Liga sind auch bis zu vier Steckplätze für Grafikkarten denkbar, was für die meisten Nutzer jedoch eher uninteressant sein dürfte. Wichtiger erscheinen die verfügbaren externen Schnittstellen an der Grafikkarte bzw. ihre Ausgänge: hier unterscheidet man generell zwischen den weitverbreiteten Formen D-Sub, DVI und HDMI. Insbesondere letztere avancieren mittlerweile zum Standard, offerieren sie doch das beste digitale Signal für den Monitor, TFT oder LCD-Fernseher. Für weitere Informationen empfehlen wir Ihnen unser Kapitel über externe Grafikkartenausgänge in diesem Ratgeber.

Leistungsaufnahme moderner Grafikkarten: die Stromversorgung

Grafikkarten Stromversorgung

Stromversorgung

Respektive moderne und sehr leistungsfähige Grafikkarten verbrauchen mittlerweile so viel Strom, dass zusätzliche Verbindungen zum Netzteil in aller Regel obligatorisch werden. Manche Modelle verbrauchen bis zu 300 Watt und mehr unter Volllast (z.B. bei aufwändigen Computerspielen). Das Netzteil sollte demnach ausreichend groß dimensioniert sein, da es ferner sämtliche anderen Komponenten, sei es der Prozessor, die Festplatten oder andere externe Peripheriegeräte, mit Leistung versorgen muss. Insbesondere die Zuleitungen für die Grafikkarte sollten hierbei 3,3- und 5-Volt-Leitungen bilden, die darüber hinaus unbedingt mehr als 22A besitzen müssen. Ist dies nicht gewährleistet und wird somit zu wenig Leistung für die Grafikkarte bereitgestellt, kann es zu regelmäßigen Abstürzen während des Betriebes kommen. Dieser Aspekt sollte auch die Grundlage für sämtliche Überlegungen beim sogenannten Übertakten der Grafikkarte (Overclocking) sein, da sich mit zunehmender Leistung bzw. Geschwindigkeit der Grafikkarte auch die Leistungsaufnahme steigert. Weitere Probleme oder Gefahren beim Overclocking der Grafikkarte behandeln wir selbstverständlich in einem separaten Kapitel.

Mehrere Grafikkarten parallel (SLI bzw. Crossfire)

Warum sich mit der Leistung einer Grafikkarte begnügen, wenn man zum doppelten Preis fast die doppelte Leistung bekommen kann? Sie haben richtig gelesen, die doppelte Leistung wird im Parallelbetrieb von zwei Grafikkarten nie erreicht, sondern maximal der Faktor 1,7 bis 1,8. Was für Officeanwendungen und normale Benutzer masslos überdimensioniert erscheinen mag, freut Computerspieler umso mehr: bei nVidia nennt sich die Technik zum gleichzeitigen Betreiben zweier Grafikbeschleuniger SLI (Scalable Link Interface), bei ATI/AMD bezeichnet man dies als Crossfire. Allerdings sehen sich SLI- oder Crossfire-Benutzer mit mehreren Problemen konfrontiert: neben dem doppelten Preis (bei nicht doppelter Leistung) muss auch eine ausreichende Stromversorgung gewährleistet und somit ein ausreichend starkes Netzteil vorhanden sein. Somit beschränkt sich diese Grafikkartenlösung auf Desktop-PCs und weniger auf Notebooks. Auch ein entsprechendes Mainboard mit zweimal acht Lanes (PCIe 2.0) oder zumindest 16 Lanes bei PCIe 1.1 sind für den reibungslosen Betrieb notwendig. Anderenfalls drohen weitere Geschwindigkeitsverluste. Insbesondere bei Spielen muss zudem häufig auf passende Treiberunterstützung gewartet werden, um das volle Leistungspotenzial eines SLI- bzw. Crossfire-Grafikkartenverbundes auszuschöpfen. Somit kommen zu hardwaretechnischen Herausforderungen auch softwaretechnische hinzu.

Weiteres zum Thema: Ratgeber und Wissen

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