Die Auswahl einer für Ihre Ansprüche passenden Grafikkarte beim Kauf eines Notebooks bzw. anderer mobilen Lösungen ist mindestens ebenso wichtig wie bei stationären Desktop-Computern. Da sich der Austausch einer Notebook-Grafikkarte jedoch häufig als sehr kompliziert und kostspielig erweist, ist eine vorzeitige Planung und umfassende Evaluierung Ihrer Ansprüche fast noch wichtiger als bei Desktop-Grafiklösungen. Auch im mobilen Grafiksektor reicht die Angebotsspanne von Einsteigermodellen für Office-Anwendungen, über Mittelklasse-Modelle bis hin zu High-End-Grafikkarten, mit denen Sie auch auf Ihrem Notebook aktuelle Spiele flüssig und ohne nerviges Ruckeln erleben können. Ein entscheidender Unterschied zwischen mobilen und Desktop-Lösungen ist der notwendige, geringere Stromverbrauch bei Notebook Grafikkarten. Somit verringern die Hersteller (nVidia, ATI/AMD und Intel) in aller Regel die Taktraten und deaktivieren komplette Shader-Einheiten, um Energie zu sparen und die Wärmeentwicklung zu senken. Die Grafikleistung kann somit nie die Geschwindigkeit einer Desktop-Lösung erreichen, auch wenn viele Produktbezeichnungen dies zu suggerieren versuchen.

Notebook Grafikkarten

Grafikkarten für Notebooks

Generell werden bei mobilen Grafikkarten für Notebooks zwei Arten unterschieden: zum einen (wie bei stationären Desktop-Lösungen) Onboard-Grafikchips. Diese Onboard-Grafikkarten dienen zur Bewältigung einfacherer Aufgaben, wie z.B. im Office-Bereich. Im Notfall greifen diese Lösungen auf den Arbeitsspeicher des Notebooks zurück, um komplexere Grafikaufgaben darstellen zu können. Zum anderen existieren Notebook Grafikkarten mit dediziertem Speicher. Auch diese dedizierten mobilen Grafikkarten können bei extrem aufwändigen Grafikprozessen auf den Arbeitsspeicher zugreifen. In beiden Fällen wird diese Technik als „Hyper-Memory“ (Turbo-Technologie) von den Herstellern bezeichnet. Logischerweise sollten Sie für reine Office-Notebooks auf Onboard-Lösungen zurückgreifen, für komplexere Grafikanwendungen oder für den Einsatz als Spiele-Notebook auf dedizierte Grafikkarten.

Den Markt für Notebook-Grafiklösungen dominieren momentan drei Hersteller: neben nVidia und ATI/AMD sind auch mobile Grafikprozessor von Intel weitverbreitet. Diese drei Grafikgiganten bieten hierbei eine immense Auswahl an Produkten bzw. mobilen Lösungen an, die sich teils hinter kryptischen Bezeichnungen verbergen und dem normalen Benutzer die Wahl der richtigen Grafikkarte evident erschweren.

Mobile Office-Grafiklösungen

Für sehr einfache Spiele bei geringen Detailstufen (und von Ihrer Seite aus geringen grafischen Ansprüchen) können auch Einsteigerlösungen für den Office-Bereich ausreichen. Sollten Sie hingegen auf Spiele komplett verzichten können und Ihr Notebook nur zum Arbeiten verwenden, ist eine Office-Lösung genau die richtige Wahl für Sie. Für Textverarbeitung, Präsentationserstellung und sogar das Betrachten von Videos bzw. Filmen stellen mobile Onboard-Lösungen bzw. Grafikkarten der Einsteigerklasse ausreichend Leistung zur Verfügung. Im Zweifelsfall reichen diese sogar für die einfache Bearbeitung von Video-Streams.

Die Vorteile von mobilen Office-Grafiklösungen:

  • kostengünstig
  • geringer Energieverbrauch (somit längere Akkulaufzeiten)
  • häufig kompaktere und leichtere Bauweise der Notebooks
  • neue Generationen ermöglichen dank integrierten Videodecodern Full-HD Wiedergaben und HD-Auflösungen

Die Nachteile auf einen Blick:

  • keine oder schlechte Darstellung komplexerer Spiele (ungenügende 3D-Leistung)
  • kein eigener Grafikspeicher (respektive IGP oder „Shared-Memory“)
  • keine Integration moderner Grafik- bzw. 3D-Technologien
  • Arbeitsspeicher des Notebooks wird reserviert

Der High-End-Bereich bei Notebook Grafikkarten

Notebook Grafikkarten der Mittel- bzw. High-End-Klasse eignen sich im Gegensatz zu den Office-Lösungen für komplexe Grafikprozesse und Computerspiele. Dies ebenfalls bei hohen bis maximalen Details in zugleich höheren Auflösungen. Auch eine echte 3D-Darstellung ist bei modernen Notebook Grafikkarten mittlerweile möglich.
Die Vorteile von High-End-Karten:

  • hohe 3D-Leistung (für Spiele geeignet)
  • eigener Grafikspeicher (GDDR)
  • keine bzw. seltene Reservierung des Notebook Arbeitsspeichers
  • neueste Technologien, Effekte und Renderer

Die Nachteile schneller Grafiklösungen:

  • teuer bzw. höherer Preis
  • höherer Stromverbrauch (somit geringere Akkulaufzeiten)
  • teils enorme Wärmeentwicklung (zusätzliche Kühlung u.U. notwendig und demzufolge erhöhter Lärmpegel)
  • höheres Gewicht des Notebooks

Insbesondere bei der Verwendung als Spiele-Notebook müssen Sie noch einen weiteren Faktor beachten: die Auflösung des Displays. Je größer Ihr Notebook-Display ist, umso mehr Pixel muss die mobile Grafikkarte berechnen und muss demzufolge umso schneller sein. Hinzu kommt, dass die notwendige Leistung mit dem Detailgrad der Spielegrafik weiter ansteigt.

Notebook Grafikkarte austauschen

Grafikkarte austauschen

Grafikchip austauschen

Wie bereits angedeutet wurde, ist der Austausch der Notebook Grafikkarte ein sehr schwieriges oder zum Teil sogar unmögliches Unterfangen. Ein schnelles und unkompliziertes aufrüsten des Notebooks ist scheidet somit leider aus. Hier unterscheidet sich eine mobile Lösung grundsätzlich von Desktop-Computern. Um dennoch einen Austausch zu ermöglichen, existieren von nVidia und ATI genormte Module. Bei nVidia heißen diese Mobile PCIe Modul (MXM) und bei ATI/AMD AXIOM. Eine Sonderstellung nehmen Dell-Notebooks ein, die einen sogenannten Dell-Slot zum Austausch offerieren. Ohne diese genormten Module ist ein Aufrüsten fast ausgeschlossen, da die Grafikprozessoren direkt auf dem Mainboard des Notebooks angebracht sind und somit ein Komplettaustausch von Nöten wäre. Sollte Ihr Notebook einen MXM- bzw. AXIOM-Slot bieten, können weitere Probleme beim Grafikkartentausch auftreten. Obgleich die MXM-Grafikkarte in den zugehörigen Slot passt, können andere technische bzw. mechanische Inkompatibilitäten den Einbau erschweren. Dies können im Weg stehende Kühlelemente, nicht standardisierte Befestigungslöcher oder auch inkompatible Abstandsbolzen sein. Zusammenfassend kann man festhalten, dass Sie sich beim Kauf Ihres Notebooks weitestgehend auf eine Grafiklösung festlegen müssen.

Dies wird auch dadurch begründet, dass das komplette Kühlsystem Ihres Notebooks auf die verbauten Komponenten abgestimmt ist und eine schnellere mobile Grafikkarte nachhaltige Hitzeentwicklung nach sich ziehen könnte. Die Folge kann im Extremfall ein irreparabel beschädigtes Notebook sein.

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