Wenn die Grafikkarte kaputt ist, sitzen viele Endnutzer hilflos vor dem Bildschirm. Im schlimmsten Fall bleibt dieser gänzlich dunkel, so dass Sie noch nicht einmal eine Vorwarnung oder eine Fehlermeldung zu Gesicht bekommen. Bevor Sie jedoch davon ausgehen, dass Ihre Grafikkarte kaputt bzw. defekt ist, sollten Sie sicherheitshalber nochmal alle Steckverbindungen und Verkabelungen überprüfen: sitzen alle Kabel fest? Sind Grafikkarte und Monitor korrekt miteinander verbunden? Vielleicht ist auch der Monitor kaputt? Um wirklich sicher zu gehen, ist die optimale Lösung selbstverständlich eine Ersatzgrafikkarte testweise in Betrieb zu nehmen. Funktioniert nun wieder alles einwandfrei, ist Ihre Grafikkarte leider mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit defekt (mögliche Treiberprobleme oder Treiberkonflikte außen vorgelassen). Haben Sie keine Ersatzgrafikkarte zur Hand, helfen unter Umständen folgende Symptome zur Identifizierung eines potenziellen Defektes.

Defekte Grafikkarte: die Symptome

Die einfachste Variante ist das Hochfahren des Computers. Dieser gibt beim Booten (Startvorgang) sogenannte Postcodes aus. Dies geschieht in Form von Tönen bzw. Piepen. Ein Piepen bedeutet, dass System ist funktionsfähig und einsatzbereit. Bei mehreren aufeinanderfolgenden Piepen liegt ein Hardwareproblem vor. Den genauen Piepcode müssen Sie dem Handbuch entnehmen, hier sind die einzelnen Codes detailliert dokumentiert.

Defekte Grafikkarte

Defekte Grafikkarte

Ist die Grafikkarte noch nicht vollkommen kaputt sondern verrichtet bei Spielen noch Ihren Dienst, kann eine Artefaktbildung im Spiel auf ein Problem hinweisen. Hierbei treten spontan und wahllos flackernde Formen (Artefakte) auf. Diese deuten Ihnen an, dass eine Überhitzung der GPU oder des Grafikspeichers droht. Sollten diese bereits auf dem Desktop erscheinen, sollten Sie den Computer schnell herunterfahren, um weitere Beschädigungen zu vermeiden. Ferner können Sie die Rückseite der Grafikkarte vorsichtig anfassen: ist diese extrem heiß, versagt anscheinend die Kühlung der Grafikkarte. Dies kann an einem verstaubten Aktivlüfter liegen (bitte diesen dann versuchen mit Druckluft zu reinigen), oder an einem komplett ausgefallenen (ein Wechsel ist in diesem Fall obligatorisch). Auch können zahlreiche Test-Tools, wie z.B. Everest bzw. Aida64, Ihnen im Betrieb die Temperatur der Hardware anzeigen. Auch auf diese Weise können Sie zielsicher eine Überhitzung der Grafikkarte diagnostizieren.

Alternative Problemsymptome einer kaputten Grafikkarte sind Linien, die permanent flackern oder sogar die Farbe wechseln. Auch dies kann auf eine Überhitzung zurückzuführen sein, jedoch schon mit evidenten Schäden an der Grafikkarte zusammenhängen.

Bleibt hingegen der Bildschirm komplett schwarz, können Sie in aller Regel davon ausgehen, dass die Grafikkarte kaputt ist und komplett den Dienst verweigert. Eine eigenständige Reparatur kann von Laien allerhöchstens bei defekten Kondensatoren vorgenommen werden. Größere Verschmorungen, Haarrisse oder ähnliches auf der PCB-Platine der Grafikkarte sind nur sehr schwer zu reparieren.

Grafikkarte kaputt: wie testen?

Treten die Symptome nur sehr vereinzelt auf, empfiehlt es sich vorsichtig einen Stresstest zu absolvieren, um zu sehen, ob die Grafikkarte noch geht – respektive unter Vollast. Hierzu empfehlen sich Benchmarks, die die Grafikkarte an ihre Leistungsgrenze bringen. Beim Futuremark Benchmark kann dies z.B. durch einen „Stability-Test“ erreicht werden. Stürzt der Computer während der Testphasen ab oder bilden sich Artefakte, deutet dies auf ein Hardwareproblem hin.

Notebook Grafikkarte defekt?

Ist die Notebook Grafikkarte kaputt, wird die Angelegenheit zumeist teuer und kompliziert. Notebook Grafikkarten können leider nicht problemlos ausgewechselt werden, weswegen fast immer ein Einschicken des Laptops zum Hersteller von Nöten wird. Ansonsten treten hier die gleichen Symptome wir bei Desktop-Lösungen auf.

Zusammenfassend können Grafikkarten zwar als Fehlerquelle schnell identifiziert werden, doch eine schnelle und unkomplizierte Reparatur bildet leider die Ausnahme. Auch das legendäre und zeitweise funktionierende Erhitzen der Grafikkarte (z.B. im Backofen oder per Heißluft-Fön) ist alles andere als eine zuverlässige Lösung. Im Zweifelsfall nehmen Sie immer eine vorhandene Garantie oder Gewährleistung in Anspruch, wenn Ihre Grafikkarte kaputt bzw. defekt ist. Jeder eigenständige Eingriff in die Hardware kann diese zum Erlöschen bringen. Bei kaputten Notebook Grafikkarten kommen Sie um eine Reparatur beim Fachmann ohnehin herum, bei Desktop-Lösungen empfiehlt sich häufig bei älteren Modellen ein Austausch gegen eine neue Grafikkarte.

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