Aktuelle Gaming-Computer besitzen nicht selten neueste und sehr teure Hardware. Doch so schnell der PC mit diesen Komponenten auch ist, bei Fehlern wird aus Spielelust ganz schnell teurer Spielefrust. Nachfolgend soll bei der Diagnose und anschließenden Fehlerbehebung bei Hardwareproblemen geholfen werden. Doch was ist Computer-Hardware? Zur Hardware eines Gaming-Computers (gleichgültig ob PC oder Notebook) zählen insbesondere alle greifbaren bzw. physischen Komponenten. Als Beispiele können hier der Prozessor (CPU), Arbeitsspeicher (RAM) oder die Grafikkarte nebst Mainboard angeführt werden. Sie bildet somit den Gegenpol zur nicht-physischen Software.

Um ein voll funktionsfähiges System zu gewährleisten, müssen Hardware und Software genau zusammenarbeiten. Am Beispiel der Grafikkarte muss die Karte als Hardwarekomponente mit dem Grafikkartentreiber (Softwarekomponente) zusammenarbeiten, um bei aufwändigen Spielen ein zufriedenstellendes Ergebnis abliefern zu können. Ist dies nicht der Fall, treten Grafikfehler (sogenannte Fragmente) auf oder Spiele (respektive bei aufwändigen 3D-Anwendungen) werden nicht flüssig gerendert und dargestellt. Im Laufe der Zeit werden jedoch unweigerlich Probleme auftreten. Während Softwareprobleme schnell durch Neuinstallationen gelöst werden können, erfordern potenziell defekte Hardwarekomponenten einen größeren Diagnose- und Reparaturaufwand. Ziel ist hierbei stets die Identifikation und in aller Regel der darauffolgende Austausch der defekten Hardwarekomponente. Nur in den seltensten Fällen lohnt sich die Reparatur, da elektronische Schaltungen, Bauteile oder ähnliches hochkomplex sind und nur vom Fachmann gegen Endgebühren überprüft und repariert werden. Die meisten Hardwareprobleme oder –defekte treten darüber hinaus bei diesen Komponenten auf:

  • Festplatte
  • Überhitzung (CPU und Grafikkarte)
  • Arbeitsspeicher (RAM-Fehler)
  • Mainboard

Nachfolgend sollen diese Probleme genauer erörtert werden.

Festplatte

Gaming Festplatte

Beschädigte HDD

Defekte an der Festplatte sind besonders ärgerlich, sofern die vorhandenen Daten nicht in Backups gesichert worden sind. Kontroverserweise treten Festplattenprobleme leider am Häufigsten auf. Hierbei versagen Notebook-Festplatten (mobile HDDs) schneller als bei Desktop-Lösungen. Dies wird respektive durch die zahlreichen Erschütterungen beim Transport eines mobilen Computers evoziert. Dies geschieht besonders schnell, wenn das Notebook bzw. der Laptop eingeschaltet ist und Stößen oder Erschütterungen ausgesetzt wird, während ein Lese- oder Schreibzugriff auf der Festplatte stattfindet. In diesem Fall ist die Diagnose sehr schnell gestellt. Erscheint beim Bootvorgang einer der folgenden Meldungen, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit ein Dateisystem-Problem vor:

  • UNMOUNTABLE_BOOT_VOLUME
  • WINDOWSSYSTEM32CONFIGSYSTEM fehlt oder ist beschädigt
  • hal.dll fehlt oder ist beschädigt
  • SMART Test nicht bestanden. Sichern Sie Ihre Daten sofort und ersetzen Sie die Festplatte

In diesem Fall liegen fehlerhafte Sektoren vor. Auch gehen diese Probleme nicht selten mit einem stetigen Klicken oder gar Kratzen beim Schreibzugriff der Festplatte einher. Als Resultat muss in den meisten Fällen die Festplatte ausgetauscht werden, da sich die Reparatur hierbei nicht lohnen würde. Alternativ kann mit Hilfe bestimmter bootfähiger CDs eine Reihe von Diagnose- und Reparaturprogrammen zur Überprüfung herangezogen werden. Jeder Hersteller bietet hierzu seine eigenen Tools an. Eine sinnvolle Kollektion (auch für andere Probleme) stellt die UltimateBoot-CD dar, die kostenfrei im Internet heruntergeladen werden kann.

Überhitzung bei CPU oder Grafikkarte

Prozessor

CPU mit Passivkühlung

Schnelle Prozessoren und Highend-Grafikkarten bilden die Basis jedes schnellen Gaming-Computers. Doch mit steigender Leistung steigt im gleichen Maße die Wärmeentwicklung dieser beiden Komponenten. Eine aktive (in seltenen Fällen auch eine passive) Kühlung mit ausreichender Luftzirkulation ist für einen stabilen Systembetrieb essentiell. Fallen diese Kühlsysteme aus, steigt die Temperatur des Prozessors (der sogenannte Prozessorkern oder Die) oder der GPU (der Prozessor der Grafikkarte) binnen weniger Sekunden in den kritischen Bereich. Ein sofortiger Systemabsturz ist die Folge, nicht selten verbunden mit irreparablen Hardwareschäden. Ein Austausch ist in diesem Fall obligatorisch. Lässt hingegen nur die Kühlleistung der Lüfter nach (z.B. durch Verstaubung), stürzt der Computer nach längerem oder sehr arbeitsintensivem Einsatz ab.

Respektive bei Grafikkarten macht sich dies durch Fragmente oder sporadische Bildfehler in Spielen bemerkbar. Ein Fühltest (Vorsicht, es besteht die Gefahr sich leichte Verbrennungen an überhitzten Bauteilen zuziehen) an der Rückseite der Grafikkarte (optimalerweise an der Stelle der GPU) kann hier zur Diagnose beitragen. Ist diese Stelle extrem heiß, liegt eine Überhitzung vor und sorgt für Instabilitäten. Abhilfe schaffen hier die gründliche Reinigung der Grafikkarte oder anderen Komponenten, die Überprüfung, ob die Lüfter korrekt arbeiten und am Netzteil angeschlossen sind, oder die Installation weiterer Gehäuselüfter (80mm oder 120mm Modelle), um die Luftzirkulation zu optimieren. Moderne Grafikkarten besitzen darüber hinaus zusätzliche direkte Stromanschlüsse für das Netzteil, da die Leistungsaufnahme nicht mehr über den PCI-Express-Steckplatz gewährleistet werden kann.

Arbeitsspeicher (RAM-Fehler)

Diese Kategorie von Fehlern ist sehr schwer zu diagnostizieren. Dies liegt darin, dass die Symptome sehr oft auf Softwareprobleme oder Defekte am Mainboard hinweisen. Am einfachsten ist der Austausch einzelner Speicherriegel mit einem anschließenden Belastungstest. Generell äußern sich RAM-Fehler wie folgt:

  • das Betriebssystem startet nicht oder zeigt kontinuierlich verschiedene Fehlermeldungen
  • das Betriebssystem friert häufig ein oder zeigt einen Bluescreen
  • das Betriebssystem stürzt nach dem Start von Programmen unmittelbar ab
  • alle sonstigen zufälligen Abstürze ohne Fehlermeldungen (respektive Einfrieren)

Die Grenzen der Diagnostik und autonomen Reparatur

Mit etwas Mut können Hardwaredefekte schnell identifiziert werden und mit Hilfe von Ersatzkomponenten genau diagnostiziert werden. Dennoch sind Hardwaredefekte meistens schwieriger zu beheben als Softwareprobleme, wodurch die Reparatur beim lokalen Fachhändler für viele Endnutzer obligatorisch wird. Doch auch Experten erkennen nicht selten ihre Grenzen, respektive wenn mehrere Hardwaredefekte auf einmal auftreten (z.B. durch starke äußere Einflüsse wie Überspannungen bei Gewitter). Auch die Kombination von Software- und Hardwareproblemen ist häufig sehr schwierig zu diagnostizieren.

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